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Was ist die Erweiterte Herstellerverantwortung (EPR)?

Grundlagen zum Thema Erweiterte Herstellerverantwortung

Die Erweiterte Herstellerverantwortung oder auch „Extended Producer Responsibility“ (EPR), ist ein umwelt- und abfallpolitisches Konzept aus den 1990er Jahren, das darauf abzielt, Hersteller, Importeure und Händler dazu zu bewegen, den gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte, von der Produktion bis zur Entsorgung, nachhaltig zu gestalten. Die EPR ist in der Europäischen Union (EU) tief verwurzelt und ist ein wesentlicher Bestandteil der Kreislaufwirtschaft und des Umweltschutzes.

 

Die Erweiterte Herstellerverantwortung basiert auf dem Prinzip, dass Hersteller und Importeure die Verantwortung für ihre Produkte während des gesamten Lebenszyklus übernehmen, einschließlich der End-of-Life-Phase. Dies bedeutet, dass sie nicht nur für die umweltfreundliche Gestaltung und Produktion ihrer Produkte verantwortlich sind, sondern auch für die Sammlung, das Recycling und die Entsorgung der Produkte, wenn sie zu Abfall werden. Das Hauptziel ist es, die Umweltbelastung während des gesamten Lebenszyklus eines Produkts zu minimieren und gleichzeitig die Wiederverwendung, das Recycling und die Verwertung von Produkten und Materialien zu fördern.
 

Die EPR ist in verschiedenen EU-Richtlinien und -Verordnungen verankert, die darauf abzielen, die Umweltauswirkungen von Produkten zu verringern und die Kreislaufwirtschaft zu fördern. Einige der Schlüsselrichtlinien und -verordnungen, die die EPR in der EU definieren und regeln, sind:

RICHTLINIE 2008/98/EG

Auch als Abfallrahmenrichtlinie bekannt, legt sie den allgemeinen Rahmen für die Abfallbewirtschaftung und das Recycling in der EU fest und führt das Konzept der Erweiterten Herstellerverantwortung in Artikel 8 ein. Sie verpflichtet die Mitgliedstaaten, Programme zur Abfallvermeidung zu entwickeln und das Recycling und die Verwertung von Abfällen, wie Papier, Metall, Kunststoff und Glas, zu fördern. Jeder Staat kann dies bei einer Richtlinie individuell umsetzen.

RICHTLINIE 2012/19/EU

Diese Richtlinie, auch als WEEE-Richtlinie bekannt, regelt die Entsorgung von Elektro- und Elektronik-Altgeräten und verpflichtet die Mitgliedstaaten, Sammelsysteme für diese Abfälle einzurichten. Hersteller sind verpflichtet, sich an den Kosten für das Sammeln, Behandeln und Recyceln von Elektro- und Elektronik-Altgeräten zu beteiligen.

VERORDNUNG (EU) 2023/1542

Diese Verordnung betrifft Batterien und Altbatterien und legt fest, dass Hersteller sicherstellen müssen, dass Batterien umweltfreundlich entsorgt oder recycelt werden. Als Verordnung muss jeder Mitgliedsstaat die Vorgaben unverändert in nationales Recht umwandeln, ohne individuelle Handlungsspielräume.

RICHTLINIE (EU) 2018/852

Diese Richtlinie ändert die Verpackungs- und Verpackungsabfallrichtlinie 94/62/EG und stärkt die Anforderungen an die EPR-Systeme. Sie legt fest, dass Hersteller einen Beitrag zur Deckung der Kosten für die Sammlung, den Transport, die Behandlung und die Verwertung von Verpackungsabfällen leisten müssen. Richtlinien können von einzelnen Staaten individuell ausgestaltet und umgesetzt werden, weshalb es sehr unterschiedliche Gesetze in den einzelnen EU-Ländern gibt.

Die Erweiterte Herstellerverantwortung ist auch ein zentrales Element des European Green Deal, einer Initiative der Europäischen Kommission, die darauf abzielt, die EU bis 2050 klimaneutral zu machen. Der Green Deal betont die Notwendigkeit, die Produktion und den Konsum in der EU nachhaltiger zu gestalten und den Übergang zur Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen. Die EPR spielt eine entscheidende Rolle bei der Erreichung dieser Ziele, indem sie Hersteller dazu anregen soll, umweltfreundlichere Produkte zu entwickeln und die Wiederverwendung und das Recycling von Produkten und Materialien zu fördern.

 

Insgesamt ist die Erweiterte Herstellerverantwortung ein politisches Instrument, um die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft in der EU voranzutreiben. Sie soll nachhaltige Produktions- und Konsummuster fördern und helfen, die Umweltauswirkungen von Produkten über ihren gesamten Lebenszyklus zu minimieren. Hersteller, Importeure und Händler müssen sich dieser Verantwortung bewusst sein und Strategien entwickeln, um ihre Pflichten im Rahmen der verschiedenen EPR-Richtlinien und -Verordnungen zu erfüllen.

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